Die Philosophie hinter solawi²

Die Idee der solidarischen (Land-)Wirtschaft hat die Kraft, nicht nur die Struktur unserer Agrarlandschaft nachhaltig zu verändern! Wie ihr es sicherlich in euren eigenen Solawi zu hause auch erlebt, bietet das Konzept auf vielen unterschiedlichen Ebenen das Potential zu einer zukunftsweisenden Entwicklung. Unsere Ziele sind auf der:

Landwirtschaftliche Ebene

Solawi² möchte zunächst landwirtschaftlichen Betrieben die wirtschaftliche und soziale Sicherheit geben, um sich von dem Zwang zur Massenproduktion zu befreien. Die Erhaltung der Ressourcen unseres Planeten für unsere Kinder und Enkel steht für uns an oberster Stelle! Deshalb fördern wir die Neubesinnung auf nachhaltige Landbewirtschaftungsformen, kleinräumige Stoffkreisläufe, eine organische Vielfalt in der Landschafts- und Hofgestaltung und regionale Verteilstrukuren. Das heißt langfristig auch, dass durch mehr Engagement von immer mehr Menschen ein größeres Bewusstsein für die elementaren Zusammenhänge und die Belange der Lebensmittelherstellung entstehen soll.

Wirtschaftliche Ebene

Die Maxime des Solidaritätsgedankens ist für uns ein transparentes und vor allem bedarfsorientiertes Wirtschaften. Wenn jeder nur nimmt, was sie oder er braucht, wird es genug für alle geben! Wichtig ist hier der möglichst unmittelbare Bezug und das Vertrauen zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Solange wir in einer urban verdichteten Gesellschaft leben, wird es allerdings unumgänglich sein, dass Lebensmittel vom Land in die Ballungsräume transportiert werden. Diese räumliche und persönliche Distanz wollen wir mit euch zusammen durch individuelle Lösungen überbrücken. Jeder ist dazu eingeladen, auch noch so unkonventionelle Ideen einzubringen! Der Kern der wirtschaftlichen Beziehungen in einer solidarischen Welt bleibt dabei für uns ganz eindeutig die persönliche Verbindlichkeit!

Gesellschaftliche Ebene

Verbindlichkeit heißt für den Einzelnen, wieder Verantwortung ergreifen zu können! Das ist in unserer Zeit eine selten gewordene Erfahrung, die jedoch unbedingt wichtig ist, um ein Gefühl der eigenen Urheberschaft, also der persönlichen Mitwirkungskraft, wieder zu erlangen! Solawi² ist ein Open-Source-Projekt. Das heißt, dass ihr alle eingeladen seid, den Gedanken des solidarischen Wirtschaftens weiter zu spinnen, in die Welt zu tragen und eure Projekte über diese Plattform zu verwirklichen. Wir hoffen, dass wir damit einen kleinen Beitrag dazu leisten können, das der Traum von einer besseren Welt ein Stückchen realer werden kann!

Das Prinzip

Solawi² dient als Vermittlungsplattform für Lebensmittel aus Betrieben, die solidarisch wirtschaften wollen, in bestehende Solawis hinein. So schaffen wir Strukturen, die es auch spezialisierten Höfen oder größeren landwirtschaftlichen Betrieben mit einer schmalen Produktpalette erlauben, an den Vorzügen des bedarfsorientierten, nicht marktabhängigen Wirtschaftens teilzuhaben, nachhaltig und ressourcenschonend zu arbeiten und langfristig selber eine eigene Solidargemeinschaft aufzubauen. Gleichzeitig können alle UnterstützerInnen des Projektes ihren täglichen Bedarf mehr und mehr mit komplett solidarisch erzeugten Lebensmitteln decken.

Es handelt sich bei solawi² um ein grundlegend dreistufiges Modell, dass aber entsprechend der individuellen Belange der Erzeuger modifiziert werden kann. Im ersten Schritt werden Warenabnahmegarantien gesammelt. Das heißt: Interessierte Verbrauchergruppen in Solawis erklären sich bereit, über einen definierten Zeitraum eine bestimmte Menge eines Produktes abzunehmen und bekommen diese nach Absprache in ihr Depot geliefert. Die Waren haben in dieser ersten Phase noch einen mengengebundenen Preis.

Wenn genügend Warenabnahmegarantien gezeichnet worden sind und das gesamte Produktkontingent in Solawis verteilt ist, wird im zweiten Schritt eine dezentrale Solidargemeinschaft gegründet. Die AbnahmegarantInnen erwerben dann in einer jährlichen Bieterrunde Ertrags-/ Ernteanteile wie in ihrer Solawi zuhause… und wieder ist ein netter Hof gerettet und versorgt viele Menschen mit wunderbaren Lebensmitteln! Macht mit und überzeugt den Landwirt von nebenan!

Im dritten Schritt sollen die nun solidarisch abgesichert wirtschaftenden neuen Solawi-Betriebe Verteilstrukturen in ihrer unmittelbaren Umgebung aufbauen. Diese Re-Regionalisierung ist sicherlich nicht immer ganz leicht zu realisieren, aber wir hoffen, dass auch das mit Unterstützung der solawi²-Community und ein wenig Geduld gelingt. Letztlich ist es aber der wichtigste Schritt, um auf der gesellschaftlichen Ebene die Hürde der zunehmenden Entfremdung von den elementaren Prozessen zu überwinden und nebenbei Verpackungsmaterial und Transportenergie zu sparen.

Im Detail

Alle Projekte, die hier vorgestellt werden, haben zunächst in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und uns einen Umsetzungsplan erstellt. Zusätzlich verpflichtet sich jeder Erzeuger, perspektivisch eine eigene Solidargemeinschaft zu gründen oder sich einer bestehenden Solawi anzuschließen, um nach dem Anschub durch die solawi²- Community das Ziel der möglichst ortsnahen Verteilung und der regionalen sozialen Einbettung zu verwirklichen.

Wir versuchen gemeinsam, möglichst einfache und klimaneutrale Transportlösungen für die unterschiedlichen Produkte zu finden. Hier sind alle Ideen von euch hilfreich und willkommen!

Möglichst große Einzelsendungen zu euren Solawidepots und eine selbständige Weiterverteilung von dort aus, sind eine gute Möglichkeit, Kosten und Verpackungsmaterial zu reduzieren. Deswegen gibt es bei jedem Produkt Mindestabnahmemengen. Findet Freunde und genießt zusammen!

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